Welche Verhaltensweisen, Gegebenheiten, Abläufe, Werte oder systemische Elemente in einer Konstellation sorgen dafür, dass ein Konflikt bestehen bleibt oder wächst?
Ich wurde gebeten, in einer konfliktgeladenen Situation einen Workshop durchzuführen. Das Ziel: Vereinbarungen treffen, die wieder den Fokus auf die Inhalte ermöglichen. Ich konnte vor der Durchführung des Workshops mit allen beteiligten Personen sprechen. Dadurch hatte ich ein gutes Bild zu den verschiedenen Konfliktthemen. Die Lösung musste allerdings aus der Gruppe kommen.
Die Methode Problemdreieck
In so einer Situation ist das „Problemdreieck“ eine geeignete Methode, um eine konstruktive Dynamik zu erzeugen. Das Problem wird dabei durch ein Dreieck symbolisiert, das auf der Spitze steht. Die Stützen sind die Faktoren die den instabilen Zustand erhalten.

Die Frage an die Gruppe ist: „Welche Gegebenheiten, Erwartungen, Verhaltensweisen oder Werte in der Organisation oder von einzelnen Personen stützen und erhalten das Problem?“
Es geht dabei allein um die gemeinsame Analyse, nicht um mögliche Lösungen. In einer Gruppe bietet es sich an, dass die verschiedenen Aspekte zu zweit oder zu dritt zusammengetragen werden. Beispiele helfen, die Themen möglichst konkret verständlich zu machen.
Anschließend wird in der gesamten Gruppe gesammelt. Die Faktoren die das Problem stützen und „am Leben halten“ werden inhaltlich konkretisiert. Die Stützen können z.B. mit den gesammelten Themen beschriftet werden.
Die gemeinsame Analyse im Problemdreieck ist aus zwei Gründen wichtig:
- Die gemeinsame Analyse schafft für alle Beteiligten eine Distanz zum Problem. Unterschiedliche Sichtweisen werden dargestellt und erklärt. Der eine „Sündenbock“ verliert als Erklärungsmuster Plausibilität. Der Konflikt wird zu einem eigenständigen Objekt, dass gemeinsam betrachtet und analysiert werden kann.
- Bevor die Gruppe Lösungen erarbeitet und anschließend umsetzt, muss das gemeinsame Verständnis über die Stützen entstanden sein. Andernfalls wird es später an Commitment zur Vereinbarung fehlen.
Die Erfahrung des gemeinsamen Verständnis regt zudem die Motivation in der Gruppe an, direkt in die Entwicklung von Lösungen einzusteigen.
Das Einvernehmen über die Stützen des Konflikts war auch im Beispiel-Workshop der erste wichtige Schritt hin zur positiven Veränderung. Die Ansatzpunkte für Veränderungen lagen nach der ersten Phase auf dem Tisch. Auf dieser Basis konnten konkrete Vereinbarungen getroffen und nächste Schritte festgelegt werden.
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